Leben

1853-1952
Sie war eine junge Frau aus altem magdeburg-brandenburgischen Adel, heiratete trotz ihres Widerwillens aus Gehorsam gegenüber ihren Eltern 1873 einen älteren Baron. Der duldete einige Jahre später, dass der Königliche Amtsrichter und Reserveoffizier Emil Hartwich seine Frau malte und aus diesem Anlass immer wieder mit ihr zusammen war. Nachdem der Baron ins Kriegsministerium versetzt wurde und deshalb mit seiner Familie nach Berlin umgezogen war, beobachtete er, dass seine Frau mit Hartwich korrespondierte. Misstrauisch geworden, öffnete er eine Kassette, in der sie ihre Briefe aufbewahrte: Kein Zweifel, sie hatten ein Verhältnis! Der Baron forderte zum Pistolenduell 1886 auf der Hasenheide bei Berlin auf. Von mehreren Schüssen getroffen, starb Emil Hartwich vier Tage später in der Charité. Der Baron wurde festgenommen, kam jedoch nach nur achtzehn Tagen Festungshaft frei. Ihre Ehe wurde 1887 geschieden, und er erhielt das Sorgerecht für die beiden Kinder, die sie erst 20 Jahre später wiedersehen sollte. Nach der Scheidung erlernte sie den Beruf der Krankenschwester.

Elisabeth von Plotho †05.02.1952 in Lindau im Alter von 98 Jahren. In Lindau verbrachte sie auch ihr letztes Lebensdrittel zusammen mit der vermögenden Fabrikantentochter Daisy Weyersberg. Ihre Lebensgeschichte bis zur Scheidung war die Inspiration für den Roman Effi Briest von Theodor Fontane. Ihr Leben wurde auch verfilmt im Fernsehfilm Die Baronin von 1981 mit Marianne Hoppe als alte Elisabeth und Iris Berben als junge Elisabeth.

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Effi Briest

Theodor Fontane
1894
Effi Briest ist ein Roman von Theodor Fontane, der von Oktober 1894 bis März 1895 in sechs Folgen in der Deutschen Rundschau abgedruckt wurde, bevor er 1896 als Buch erschien. Das Werk gilt als ein Höhe- und Wendepunkt des poetischen Realismus der deutschen Literatur: Höhepunkt, weil der Autor kritische Distanz mit großer schriftstellerischer Eleganz verbindet; Wendepunkt, weil Fontane damit zum bedeutendsten Geburtshelfer des deutschen Gesellschaftsromans wurde, der wenige Jahre später mit Thomas Manns Roman Buddenbrooks erstmals Weltgeltung erlangen sollte. Thomas Mann verdankt Fontanes Stil zahlreiche Anregungen.[1] Auch der Familienname der Buddenbrooks stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Effi Briest: In Kapitel 28 wird eine Person namens Buddenbrook erwähnt.

1930
In den 1930er Jahren hat Elisabeth von Ardenne mehrfach ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel Else Baronin von Ardenne, geb. von Plotho erzählt aus ihrem Leben niedergeschrieben, die jetzt erstmals in Gänze im Büchner-Verlag vorliegen. Die autobiografischen Aufzeichnungen sind jedoch fragmentarisch, denn sie blenden das Skandalon ihres Lebens weitgehend aus. Die beiden ersten handschriftlichen Niederschriften stammen aus den Jahren 1931 bzw. 1934, wobei das Manuskript von 1934 die inhaltlich vollständigere Version darstellt. Außerdem existiert noch eine maschinenschriftliche Fassung ohne Jahresangabe. Alle Seiten dieser drei Fassungen werden in der Neuerscheinung auf der linken Seite als Scans wiedergegeben, während sich auf der rechten Seiten die entsprechenden Transkriptionen und kurze Erläuterungen befinden. Ergänzt wird die Ausgabe durch zahlreiches Bildmaterial und historische Quellen.

1944
1944 hat sie ihrem Lieblingsenkel Manfred von Ardenne (1907-1997, später ein bekannter Physiker und Erfinder), zu dessen 37. Geburtstag die erhaltenen Liebesbriefe und Fotos von Hartwich sowie andere Dokumente übergeben. Er besaß damit das alleinige Verfügungsrecht über alle schriftlichen Unterlagen seiner Großmutter, die sich heute im Familienarchiv befinden. Die erste „Ardenne“-Biografie Fontane nannte sie „Effi Briest“. Das Leben der Elisabeth von Ardenne (1985) verfasste übrigens der Schriftsteller und Drehbuchautor Horst Budjuhn (1910-1985), während der Dramatiker Rolf Hochhuth in seinem Theatermonolog Effis Nacht (1999) Elisabeth ins Kriegsjahr 1943 versetzt, wo sie am Bett eines Schwerverwundeten wacht, den die Wehrmacht von Stalingrad zum Sterben nach Lindau entlassen hat. Dabei blickt die 90jährige Baronin nicht nur auf ihr Leben sondern auch auf ein Jahrhundert deutscher Katastrophen zurück – schließlich hat die Dame fünf Kriege miterlebt (1864, 1866, 1870,1914 und 1939).
2023-01-22 15:27:27
Elisabeth von Plotho
05.02.1952 in Lindau
Elisabeth von Plotho
das Vorbild für Theodor Fontanes Romanfigur Effi Briest, die im 1894 publizierten gleichnamigen Gesellschaftsroman die Protagonistin darstellt. Eine andere literarische Verarbeitung des Stoffs schuf Friedrich Spielhagen mit dem Roman Zum Zeitvertreib.
Theodor Fontane


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